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Musical Mr. Karl
 
Einen großartigen Abend - so bezeichnet Schulleiter Hans Schaller den ersten Musical-Abend; eine Sternstunde der Realschule Korntal-Münchingen - so nannte Konrektor Gerd Dermann den zweiten Musical-Abend in der Stadthalle Korntal in der vergangenen Woche. Unsere Lehrerin Frau Awad hat einen ausführlichen Rückblick auf die beiden Abende geschrieben:

„See how I live! Come, see my world! –
Äthiopien in Korntal


Die Aufführung des Musicals “Mr. Karl – so
schrei(b)t man Hilfe … „ wird zu einem fulminanten Abend.


„Unvergesslich! Brillant! Gigantisch!“ – einen Abend der Superlative erlebten die Zuschauer des Musicals „Mr. Karl – so schrei(b)t man Hilfe“ in der Stadthalle Korntal.
Stehende Ovationen. Jubel und strahlende Gesichter beim Ensemble des Musicals als auch bei den Zuschauern, die am vergangenen Dienstag und Mittwoch einen einmaligen Abend in der ausverkauften Stadthalle Korntal erlebten.

Der Musiker Jürgen Thieß hat ein Musical geschrieben, dessen ernstes Thema auch einen ernsten Abend erwarten ließ. Doch mit wie viel Witz und Liebe zum Detail die Entwicklungshilfe des großen Karlheinz Böhm in Äthiopien hier auf die Bühne gebracht wurde, verdeutlichen zum Beispiel die personifizierten Figuren der Armut, der Korruption, der Justiz, des Krieges und des Hungers, die im 1. Akt selbstbewusst behaupten, dass es ihnen noch ewig in Äthiopien gut gehen werde. Nur die Armut gerät ins Zweifeln angesichts der unermüdlichen Hilfe dieses Mr. Karl, der ihren Job um einiges erschwert.
Voller Enthusiasmus erzählen die äthiopischen Kinder der Schulklasse aus Stuttgart, die zu einem Besuch in Äthiopien weilt, von ihrem Leben und staunen über die Lebensumstände der deutschen Kinder. Doch wie im richtigen Leben verstehen sich die Kinder untereinander prächtig und beginnen, gemeinsam zu pflanzen. Keine Berührungsängste bestimmen die gemeinsamen Tage und so verwundert es nicht, als am Ende alle feststellen, dass das Blut eines jeden rot ist, egal ob weiß oder schwarz.

Genau wie im Ensemble auch, welches aus Kindern aus verschiedenen Nationen besteht und doch eine Einheit ist. Für die Schüler der RKM ist dieses Musical ein prägendes Erlebnis, egal ob man zum Ensemble gehört oder als Zuschauer in den Reihen vor der Bühne sitzt, denn was diese Schüler an diesem Abend geleistet haben, verdient großen Respekt. Hier zeigt sich, was Kinder leisten können, wenn sie Spaß an der Sache haben und einen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Wie Profis bewegen sie sich auf der Bühne und spielen charmant mit dem Publikum, welches begeistert bei den Songs mitklatscht.

Ihre Rolle völlig verinnerlicht, brilliert Sarah Bier als reich gekleidete Armut schauspielerisch. Doch es verschlägt einem fast den Atem, als sie beginnt, ihren ersten Song „You'll have a hard time“ mit ihrer Raum füllenden Stimme zu singen. Im Gegensatz dazu hat Jonas Meier die Intention des Schauspielers Karlheinz Böhm, seine ruhige und überlegte Art seines Auftretens in aller Welt, aber auch seine Wut über die Ungerechtigkeit bravourös auf die Bühne gebracht. Das ist kein Böhm, der sich im Erfolg seiner Stiftung „Menschen für Menschen“ sonnt, sondern einer, der immer wieder nachschaut, wie die Äthiopier ihr Schicksal nun selbst in die Hand nehmen. Begleitet wird er von seiner Frau Almaz, gespielt von Joelle Namugabo, die die Ruhe der afrikanischen „Mama“ auch auf der Bühne ausstrahlt, sich um die Kinder kümmert und die alle in ihr Herz schließen, wenn sie „Buna, Buna – Coffee for all“ singt.

Was für ein Abend! Was für ein Musical! Was für eine Leistung aller – vor und hinter der Bühne. Neben Eltern, Großeltern und den Vertretern von Menschen für Menschen saßen auch viele Lehrer im Publikum, die die Schauspieler, Tänzer und Sänger als ganz andere Schüler im Unterricht kennen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass am Ende dieser beiden Abende nicht nur den stolzen Eltern Tränen in den Augen standen, sondern die Lehrer sich anerkennend von den Plätzen erhoben und 15 Minuten lang Beifall klatschten.
Dank allen, die solch ein unvergessliches Erlebnis möglich machten, an erster Stelle natürlich Jürgen Thieß, dem Komponisten und Bandleader der „Mr. Karl Musicalband“ und seiner Frau, Birgit Althauser-Thieß, die neben der Leitung des Jugendorchesters natürlich tagtäglich seit September an der Seite ihres Mannes an der Entstehung dieses Werkes mitgewirkt hat. Dank an die Choreografin Regina Hartmann und die Regisseurin Stefanie Wolf, die unermüdlich um die schauspielerische Wirkung des Stückes gerungen haben. Doch der Erfolg ist nur möglich, wenn ganz viele Hände zusammenarbeiten. So haben fast alle Kollegen der RKM irgendwann und irgendwie mit der Musicalaufführung zu tun bekommen und ihr zu diesem mitreißenden Erlebnis verholfen.

„Es war qualitativ und emotional das Beste, was ich in meiner 35jährigen Dienstzeit gesehen habe.“ Lassen wir diese Meinung eines kritischen Kollegen als Abschluss stehen. „Mr. Karl“ wird für sehr lange Zeit nicht nur in Korntal hohe Maßstäbe setzen.

Nicht zu vergessen, dass alle auf Gagen etc. zugunsten der Stiftung Menschen für Menschen verzichtet haben und auch an den beiden Abenden Spenden in Höhe von 818,10 € gesammelt wurden. Wie hoch der zu spendende Reinerlös sein wird, kann man erst in einigen Wochen sagen, wenn alle Rechnungen beglichen sind.
 
Alle Schauspieler, Solisten und Tänzer...
 

... in der Mitte: Die Armut (Sarah Bier), Mr. Karl (Jonas Maier) und Almaz (Joel Namugabo) - die Hauptdarsteller...
 

... die Tanz-Gruppe der Musical AG in Action...

... das mitwirkende RKM-Jugendorchester...

... ganz wichtig und nie auf der Bühne: Unsere Requisite.